Roman. Aus dem brasilianischen Portugiesisch von Berthold
Zilly.
Título orig. en portugués: «Lavoura Arcaica»,
120 Seiten. Gebunden. € 18,90, ISBN 3-518-41615-4
Unter dem Blick des Patriarchen sitzen sie am ländlichen Familientisch,
hören seine Reden von alttestamentarischer Wucht. Der siebzehnjährige
André droht darunter ebenso zu ersticken wie unter der übergroßen
Zärtlichkeit der Mutter. Als er bemerkt, wie haltlos, wie leidenschaftlich
seine Liebe zu seiner Schwester Ana ist, flüchtet er und sprengt
damit die Scheinidylle der Familie. André selbst erzählt
seine Geschichte, nachdem sein Bruder Pedro ihn aus einer schäbigen
Kleinstadtpension zurückgeholt hat, eine Heimkehr, die nicht in
Versöhnung enden kann.
In einer lyrisch gedrängten, assoziationsreichen Sprache erzählt
der Roman von einer Familie, in der die Autorität des Vaters und
die von ihm erzwungene Abgeschlossenheit gegensätzliche und ambivalente
Verhaltensweisen provozieren: Flucht und Unterwerfung, Auflehnung und
Verehrung, Rivalität und Solidarität, Haß und Liebe.
Wenige Texte haben die Lebenswirklichkeit Lateinamerikas, aber auch
Grundkonstellationen menschlichen Lebens so prägnant, so aufgeladen
mit vielfacher Bedeutung ins Wort gesetzt. Ein «Rulfo Brasiliens»
wurde Raduan Nassar deshalb genannt.
Lavoura Arcaica, in Brasilien seit seinem Erscheinen 1975 als Meisterwerk
erkannt, wurde 2001 von Luiz Fernando Carvalho verfilmt. Die 1978 veröffentlichte
Novelle Um copo de cólera (dt. Ein Glas Wut) festigte den Ruf
des Autors. 1997 erschien ein Band mit fünf kürzeren Erzählungen
(Menina a caminho). Kaum je wurde ein Autor mit einem so schmalen Werk
so berühmt.
Siehe Rezension auf Portugiesisch «Português»
| LIBROS: Übersetzungen |
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Suhrkamp
Das Brot des Patriarchen
Raduan Nassar (Brasil, 2004) |
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Manesse
«Der Kopf des Lammes»
Francisco Ayala (Spanien) Erzählungen
Francisco Ayala gilt in seiner Heimat längst als literarische Jahrhundertgröße. Das polyphone Werk des heute 97jährigen spiegelt und gestaltet ein an Erfahrungen reiches Leben. Der spanische Erzähler und Essayist ist mit «Der Kopf des Lammes» nun auch hierzulande als einer der großen modernen Klassiker zu entdecken. Ein Frühgereifter: Schon mit neunzehn Jahren schrieb er seinen ersten Roman und gehörte in Madrid dem Kreis um Ortega y Gasset an. Von der Franco-Diktatur ins Exil getrieben, wurde Ayala zu einem Wanderer zwischen den Welten. Sein sieben Jahrzehnte umspannendes Schaffen hat die moderne Literatur Spaniens nachhaltig geprägt. Die Bandbreite reicht vom Surrealismus der Jugend über den experimentellen Stil der großen Romane bis hin zur gereiften Klassizität des Spätwerks. Der Auswahlband belegt Ayalas Stilvielfalt mit fünfzehn repräsentativen Erzählungen, allesamt hellsichtige Illustrationen der Moderne. In ihnen erweist sich der Autor ebenso als Meister der untergründigen Melancholie wie als kritischer Chronist unserer Zeit. Hinter der «herb-süßen Erinnerung an sehr glückliche Tage» verbergen sich innere Leere und gesellschaftliche Entfremdung einer Epoche, in der es keine verbindlichen Werte mehr zu geben scheint. Diesem Schmerz steht eine tiefe Sehnsucht entgegen, ein humaner Einspruch. Das Œuvre Francisco Ayalas ist hier erstmals in deutscher Übersetzung zugänglich gemacht: mit «Jasminduft», «Der Bernini-Engel», «Ein Weihnachtsfest im Land der Ungläubigen», «Unser Garten», «Eine Affengeschichte», «Nachahmung und Vergeltung», «Der Verhexte», «Die Entführung» u.a. Aus dem Spanischen übersetzt und mit einem Nachwort von Erna Brandenberger 384 Seiten — ISBN: 3-7175-2028-8 — Preis: € 24,90 / sFr 43,50 Quelle: Manesse Verlag (http://www.manesse.ch) |
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Suhrkamp
Das Paradies ist anderswo
Mario Vargas Llosa (Peru) «El paraíso en la otra esquina» aus
dem Spanisch von Elke Wehr, (2004).
496 SS. — ISBN 3-518-41600-6 — € 24.90 »Nicht nur bietet der Roman das beeindruckende Lebenspanorama zweier beeindruckender Figuren, er überzeug auch als Epochengemälde.« (Andreas Breitensteien. NZZ) Wo ist das Paradies zu finden? Zwei exemplarische Lebensgeschichten, meisterhaft erzählt von Mario Vargas Llosa, einem der großen Romanciers unserer Zeit. Wo ist das Paradies? In einer Gesellschaft, die durch die Gleichheit aller von Zwist und Unrecht gereinigt wäre? Oder aber in einer Welt vitaler, amoralischer Schönheit? Zwei Biographien, die sich nie berühren, dennoch eng miteinander verbunden sind, erzählt Mario Vargas Llosa in seinem neuesten Buch. Hier die Geschichte Flora Tristans, der bahnbrechenden Frauen- und Arbeiterrechtlerin, die mit ihrem bewegten Leben für die Hoffnung einsteht, die Menschheit von Unrecht und Unterdrückung zu befreien; dort das über die Grenzen jeder Konvention getriebene Leben des Malers Paul Gauguin, der die Entfremdung der Kunst vom Leben durch den Traum von schöpferischer Ursprünglichkeit zu überwinden hofft. Zwei intensiv erfüllte, von persönlichen und zwangsläufig heraufbeschworenen Katastrophen zerrissene Viten, zwei scheiternde und sieghafte Lebensläufe. In seinem jüngsten Roman erweist Mario Vargas Llosa sich erneut als ein Meister der Vergegenwärtigung. (Quelle: Suhrkamp) |
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Suhrkamp
Reise um den Tag in achtzig Welten. Letzte Runde
Julio Cortázar (Argentinien) «Vuelta al mundo en 80 mundos. Ultimo round» aus dem
Spanisch von Rudolf Wittkopf
März 2004 ca. 320 S. — ISBN 3-518-40766-X — ca € 24.90 |
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Suhrkamp
«Liwadija»
José Manuel Prieto (Kuba) «Livadia» aus dem Spanisch von Susanne Lange
2004 360 S. — ISBN 3-518-41617-0 — € 22.90 |
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Suhrkamp
Wirklichkeit und Verlangen Gedichte
Luis Cernuda (Spain) «La realidad y el deseo»
Auswahl, Übertragung und Nachwort von Susanne Lange März 2004 — € 24.90 |
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Verlag Anje Kunstmann — München
Katias Schwester
Andrés Barba (Spain) «La hermana de Katia» aus dem Spanisch von Sabine Giersberg
2003, 220 S. — Fr. 30.80 — ISBN 3-888 973 392 Leer una reseña bibliográfica interesante »Gottlos in Madrid« en NZZ del 3/4.01.04, página 36. Este autor madrileño nacido en 1975, fué considerado en «la novela que viene» del diario «El Mundo» en 2004. Su novela corta «El hueso» se distingió con el premio Ramón J. Sender, en 2000. En 2001, fue finalista en el Premio Herralde con «La hermana de Katia». Barba, que es también licenciado en letras y docente, ha publicado en 2002 su última novela «La recta intención». |
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Unionsverlag
Die Scherenfrau
Jorge Franco (Kolumbien) «Rosario Tijeras» aus dem Spanisch von Susanna Mende 2004 (noch nicht erschienen) ca. 192 S. — ISBN 3-293-20287-X — ca € 8.90 — Kriminalroman »Die literarische Sensation aus Kolumbien. Der Roman packt einen vom ersten Satz an.« (El País) Rosario Tijeras will raus aus den Slums von Medellín. Sie ist schön, sie ist stark und sie ist eine Killerin im Dienst der Kartelle. Aber sie ist auch verletzlich. Und sie liebt zwei junge Männer aus reichem Haus - Emilio und Antonio. Mit Emilio hat sie Sex, mit Antonio kann sie reden. Antonio durchwacht die Nacht, in der Rosario schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht wird. Er versucht sich darüber klarzuwerden, wer diese gefährliche Venus von Medellín wirklich ist. So entsteht der Roman einer amour fou noir, eine Halluzination auf festem, realem Grund. Jorge Franco erhielt für »Rosario Tijeras« in Kolumbien das Nationale Literaturstipendium und wurde 2000 in Spanien mit dem renommierten Hammett-Krimipreis ausgezeichnet. |
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LIBROS EDITADOS EN SUIZA
«Handel der Gefühle» de Leonardo Padura
(Cuba)
El NZZ bajo la pluma de Knut Henkel dedica un interesante artículo-reportaje
al cubano L. Padura y a su «Handel der Gefühle» (12.8.,
S. 43).
«Punto Latino» dio ya el anuncio de esta traducción en mayo del 2004. Remitimos a nuestros lectores a la subsección «traducciones al alemán» de nuestra sección «Libros». «Handel der Gefühle» – Leonardo Padura (Kuba) «Vientos de cuaresma» aus dem Spanisch von Hans-Joachim Heartstein Unionsverlag (Zürich) 2004 — (»Das Havanna-Quartet«) ISBN 3-293-00322-2— € 18.90 Mario Conde dringt ein in eine Welt der Vetternwirtschaft, der Drogen und des Betrugs. Und er verliebt sich leidenschaftlich in die schöne, jazzbegeisterte Karina, ohne etwas vom tragischen Ausgang dieser Liebesgeschichte zu ahnen. «Vientos de cuaresma» aus dem Spanisch von Hans-Joachim Heartstein 2004 — (»Das Havanna-Quartet«) ISBN 3-293-00322-2— € 18.90 Mario Conde dringt ein in eine Welt der Vetternwirtschaft, der Drogen und des Betrugs. Und er verliebt sich leidenschaftlich in die schöne, jazzbegeisterte Karina, ohne etwas vom tragischen Ausgang dieser Liebesgeschichte zu ahnen. |
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Unionsverlag
«Laberynth der Masken»
Leonardo Padura (Kuba) «Máscaras» aus dem Spanisch von Hans-Joachim Heartstein
Dieser Titel ist noch nicht erschienen — (»Das Havanna-Quartet«) August 2004 — € 18.90 — ISBN 3-293-00323-0 Mario Conde dringt ein in eine Welt der Vetternwirtschaft, der Drogen und des Betrugs. Und er verliebt sich leidenschaftlich in die schöne, jazzbegeisterte Karina, ohne etwas vom tragischen Ausgang dieser Liebesgeschichte zu ahnen. |
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Unionsverlag
«Mord im August»
Rubem Fonseca (Brasil)
«Agosto» (São Paulo 1990) aus dem Portugiesisch von Karin von Schweder Schreiner noch nicht erschienen 2004, 320 S. — €. 10.90 — ISBN 3-293 20293-4 Juan-Rulfo-Preis für Rubem Fonseca — Guadalajara, 29.11.2003 »Literarisch souverän changiert Fonsecas Text zwischen Illusion und Realität.« Volker Albers, Hamburger Abendblatt Rio de Janeiro im Morgengrauen: Der Industrielle Aguiar wird in seinem Luxusapartment ermordet aufgefunden. Ausgerechnet Kriminalkommissar Alberto Mattos, unkorrumpierbar, melancholisch und berufsbedingt magenkrank, wird mit dem Mordfall beauftragt. Rubem Fonseca erzählt in diesem rasanten Politthriller mit trocken-protokollierendem Ton und einer raffiniert eingesetzten Portion Fiktion die Fakten und Hintergründe, die 1954 Brasilien erschütterten und im Selbstmord des Präsidenten Getúlio Vargas gipfelten. |
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Ammann Verlag
«Mein Verfötterter Sohn Sisí»
– Roman
Miguel Delibes (Spain) «Mi idolatrado hijo Sisí» aus dem Spanisch von Lisa Grüneisen 400 S. CHF 39.80 ISBN 3-250-600 601 |
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Ammann Verlag
«Das Buch der Unruhe des Hilfsbuhalter Bernardo
Soares»
Fernando Pessoa (Portugal)
«Livro do Desassossego de Bernardo Soares» aus dem Portugiesisch von Inés Koebec 576 S. CHF 52.90 ISBN 3-325 010 4507 |
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Ammann Verlag
«Das Kritikon» – Roman
Baltasar Gracián (Spain) «El Criticón»
aus dem Spanisch von Harmut Köhler mit einem Nachwort von Hans Rüdiger Schwab 917 S. CHF 113.– Zürich, 2001 |
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LIBROS «Les Combattants suisses en Espagne républicaine (1936–1939)» — Nic Ulmi et Peter Huber, Ed. Antipodes, 2001 — — Bien présente dans la mémoire collective suisse, la figure du volontaire de la guerre d'Espagne demeure peu explorée dans l'historiographie helvétique. Spontanément, puis de manière organisée, huit cents personnes ont quitté notre pays pour s'engager dans la défense de l'Espagne du Front populaire. Si l'on rapporte ce chiffre à la population nationale, on obtient ce résultat surprenant : en dépit d'un cadre politique et légal particulièrement défavorable, la Suisse se place parmi les pays qui ont le plus fortement participé à la guerre! Grâce à la richesse des sources moscovites et bernoises, cet ouvrage rassemble des renseignements sur une grande partie de ces hommes et femmes. Il brosse leur portrait collectif, restitue leur trajectoire et leur situation dans la Suisse du milieu des années 30, politiquement polarisée et économiquement en crise. Ce livre présente l'expérience des volontaires en Espagne républicaine, entre une guerre conduite avec des bouts de ficelle et les forces contradictoires de la révolution sociale et de l'encadrement stalinien. Ce livre décrit également leur retour dans une Suisse qui les condamne et qui refuse de leur accorder la reconnaissance qu'ils réclament. Nic Ulmi et Peter Huber, Les Combattants suisses en Espagne républicaine, 1936-1939, Editions Antipodes, 2001. || Source: Ed. Antipodes. |
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